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Leseproben

Wie eine Säule


von Melusine
(28.Okt.08)


Du stehst da, in meinem Leben, wie eine Säule.
Plumpf.
Öhm.
... wie eine Säule.
Okay, noch mal von vorn. Du -
Plumpf.
Ähm. Ja.
Du stehst da, in meinem -
Plumpf.
Hm.
Du stehst da, in meinem Leben, wie -
Plumpf.
Verdammt!
Wo waren wir? Du stehst da, in meinem Leben, wie -
Plumpf.
Scheiße! Bleibst du jetzt stehn oder nicht?
Du stehst da, in meinem -
Plumpf.
Gottverdammtescheißeblöde, wirst du jetzt endlich stehen bleiben?
Also, noch mal von vorne.

Du stehst da, in meinem Leben, wie eine -

Du stehst da -

Verdammt, nun stehst du da - und ich hab meinen Text vergessen.



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Liebesgeturtel zweier Maschinengewehre


von Der Ohrenschützer
(17.Sep.08)


Pak. Pak.
Karrattata?
Ratta-ratta Kattapakpak!
Rrrattattatta…klick…klick
Karatt-karatt?
Klick. Klickedi.
Paka-Katta-Paka.
Klick-Klack-Pak!
Pak!
Rrrackapak! Arrak!


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arschgeige


von michy
(30.Jul.08)


1.

Erzähl mir nie wieder
Was hätte sein können
Wäre ich bei dir geblieben
Dass du mich nie verlieren wolltest
Und lass diese partielle verlogenheit sein
Deine versprechungen
Als würde es ohne dich kein morgen mehr geben
Keine zukunft
Drogen liebe sex kein zuhause
Nie einen tanz in den tausend möglichkeiten
Ohne dich
Nein
Du alte luftmatratze weißt nichts von mir
Also halt die schnauze
Sei alleine dein fänger im roggen
Lass dich von anderen idioten poppen
Und lauf so weit du kannst
Wenn du mich irgendwo in der welt
Auch nur von weitem siehst


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Neidfaktor ...


von Antonia
(19.Sep.08)


Lieg ich
auf der Wiese
und folge den Wolken
mit allen Sinnen
schnürt mir
der Neid
die Kehle zu.

Gern wär ich eine von ihnen

Dick und imposant
weich und schön
frei und facettenreich

Aber nein
ich muß ja
blöd auf der Wiese liegen.
Mit Fußpilz und voller Neid.


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Eine Frage des Alters


von Mentzel
(15.Jul.08)


Es zwackt in den Knochen
die Knie krachen
beim beugen
mein Rücken
verweigert hin und wieder
schmerzlosen Dienst

Die Augen werden schlechter
jetzt muss ich näher
heran um Freunde zu erkennen

Die Ohren
hören längst nicht
so scharf
wie einst
zwischen den Tönen
beißt´s nur selten schrill.

Jetzt braucht es Kontaktlinsen
oder die Brille
und wenn die Feinde kommen
sehe ich den Schmutz unter ihren
Fingernägeln

© Thomas Mentzel


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Nachtgesicht


von Minouche
(17.Jul.08)


Draußen stürmt es. Der Wind rüttelt an den Fenstern und verstärkt das Schweigen in den Räumen, durch die ich gehe und den pfeifenden, singenden, jammernden Worten des Sturms lausche. Ich bin allein. Die Wohnung ist durchprägt vom letzten Lachen meiner Kinder, als sie durch die Tür hinaus gingen, einen Kuss auf mir hinterlassend, eine flüchtige Berührung, ein baldiges Wiedersehen mit gedankenloser Selbstverständlichkeit voraussetzend.

Ich höre meine Schritte nicht, als ich durch das Dämmerlicht der Räume gehe, die in ihrer vergangenen Gegenwärtigkeit eine Spur des Lachens, der Sprache zurücklassen, die in ihrer schemenhaften Substanz greifbar, hörbar wird. Erinnerungen huschen schattenhaft über die weißen Wände, ich spüre den Atem aller kurzfristig gegangenen Zeit unmittelbar über meine Haut streichen und fühle mich ruhig mit den flüsternden Geistern, die mir in meiner Gegenwart von vorhin erzählen wollen. Eine ganze Weile genieße ich diese Unwirklichkeit in mir selbst, das Gefühl allein zu sein, es doch nicht zu sein im Wissen um die, die man liebt, von denen man weiß, dass sie nur kurz fort sein werden, die imaginäre Freiheit begrenzter Zeit, die man nur deshalb derart intensiv empfindet, weil man weiß, dass sie bald wieder beendet sein wird, um Nähe Platz zu machen.

Der Wind pfeift leise durch die Ritzen der Türen und im Zimmer meiner Tochter knallt das Fenster gegen den Rahmen. Gedankenverloren ziehe ich die Decke auf ihrem Bett zurecht und räume ein wenig Spielzeug fort. Es ist dunkel, doch ich kann im Dunkeln sehen.

...


» weiterlesen


Traum einer Fischersfrau


von t.a.j.
(03.Jun.08)


Dich träumte ich heut nacht,
kalt aus den Tiefen kommend
wärmtest du an meiner Brust
dein formverlorenes Gewicht.
Vielfingring waren deine Hände,
deine Arme banden mich gleich Tauen
deine nicht-Lippen umfassten saugend,
gierig nach mir, meine Scham.

Du zogst mich entlang der glatten Felsen
dorthin, wo Uranos Leidenschaft
wütend zwischen Meer und Felsen schäumte.
Schwer lag dein Leib auf meinen Beinen,
in meine Fersen bohrten sich Muscheln.
Ich roch das Salz des Meeres, wo vorher
nur das Salz an dir zu riechen war.

Das Meer ist kalt und warm die Steine,
denn die Sonne war in sie gedrungen
ihrer Hitze Samen dort vergießend.
In mir erbebst du, mein Ekel ist zu Lust geworden.
Ein Zittern geht noch zwischen meinen Beinen,
dann gleitest du in deine Welt zurück.


» Originalbeitrag mit Kommentaren im Forum (hier ist die dritte Fassung wiedergegeben)


ver


von francois celavy
(20.Jun.08)


ver-

wie im aschenbecher, verfrorene grauglut. sie tupft sich fast den letzten abqualm aus dem auge. besänftigt mich mit ihrem schönen mund. ich sehe immer nur ihr profil. sie sieht mich an. es blüht mir ins auge, träume später von ihr, so entscheide ich mich für eine liebe zu ihr ohne mich.


» Originalbeitrag im Forum


ich übernehme


von rosste
(13.Dez.06)


zurück ihr dunklen altersschwachen
kasperl soll sich legen
viel zu lang
war er auf szene
mit seinem farbigen holzkopf
hat er mir doch theater gespielt
der böße wolf
der ständig provoziert
und käpprotchen in ihrer ohnmacht
simsalabim in die kiste
bei bedarf hol ich euch
und lass euch spielen
gegeneinander wie im märchen
ich bin jäger
und schlafe nicht
den rotwein könnt ihr saufen
eines tages sitzen wir an einem tisch
an meinem


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crowde(a)d


von namaqool
(05.Jun.07)


heraus aus der
menschenmenge

*

eine krähe tot am strassenrand
bordsteinnah verrenkt entstellt
teils federarm

auf gequetschtem torso reifen
spuren - die flügel viel zu
vielgelenkig

...


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Hi, die Zeilen regen...
AmarettazuBlaue - 27.Nov.08
Vielen Dank
Der Ohrenschützer (anonym) - 21.Nov.08
Sehr gutes Geturtel -...
Britta (anonym) - 13.Nov.08

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