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Leseproben

ich übernehme


von rosste
(13.Dez.06)


zurück ihr dunklen altersschwachen
kasperl soll sich legen
viel zu lang
war er auf szene
mit seinem farbigen holzkopf
hat er mir doch theater gespielt
der böße wolf
der ständig provoziert
und käpprotchen in ihrer ohnmacht
simsalabim in die kiste
bei bedarf hol ich euch
und lass euch spielen
gegeneinander wie im märchen
ich bin jäger
und schlafe nicht
den rotwein könnt ihr saufen
eines tages sitzen wir an einem tisch
an meinem


» Originalbeitrag und Kommentare im Forum


crowde(a)d


von namaqool
(05.Jun.07)


heraus aus der
menschenmenge

*

eine krähe tot am strassenrand
bordsteinnah verrenkt entstellt
teils federarm

auf gequetschtem torso reifen
spuren - die flügel viel zu
vielgelenkig

...


» weiterlesen


Wildwechsel


von Minouche
(21.Feb.08)

...

Die Tränen des jungen Mannes liefen aus seinen Augen die Wangen herunter, sammelten sich am Kinn zu dicken Tropfen, die auf den Kragen des Anoraks fielen und weiterliefen über den glatten Stoff hinunter bis zu seinen Beinen, wo sie im Stoff der Hose versickerten. Die Hände des Mannes lagen ruhig in seinem Schoß verschlungen. Langsam bahnte sich ein Blutstropfen zwischen den verflochtenen Fingern einen Weg auf seine Hose, in der er ebenso schnell versickerte wie die Tränen, jedoch einen kleinen dunklen Fleck hinterlassend. Ein weiterer Blutstropfen folgte mit der gleichen Stetigkeit, in der die Tränen in den Stoff sickerten. Neben dem Mann lag eine scharfzackige Glasscherbe, die die spätnachmittaglichen Sonnenstrahlen durch blutige Schlieren rosarot reflektierte.

Fasziniert stand das kleine Mädchen auf der hölzernen Brücke, die sich fast in japanischem Stil über den kleinen Bach schwang, der das waldige Tal in zwei Hälften teilte und sah den jungen Mann an. Er sah so seltsam aus, wie er dasaß mit zurückgeworfenem Kopf. Er weinte, und er schien sich wehgetan zu haben, denn er blutete auch in zwei kleinen schmalen roten Schlieren auf seine Hose. Er war seltsam angezogen und sah so alt aus, wie manche alte Leute sich anzogen. Doch sein Gesicht war jung. Ein alter, und irgendwie doch junger Mann.

...


» die ganze Geschichte lesen


Niemand kennt mein Grab


von t.a.j.
(24.Apr.08)


Die dunklen Jahre kann ich nicht mehr zählen,
kein Tag durchbricht die ewig kalte Nacht.
Als letztes Bild sah ich sie mich noch pfählen,
dann warf man mich in diesen tiefen Schacht.

Ich sehne mich zugleich nach Tod und Leben,
Mich dürstet noch nach bittersüßem Blut.
Werd ich mich je aus diesen Loch erheben?
Erlischt zuvor die unheilvolle Glut?

Zu lange schon von Staub und Zeit begraben
Was nutzen da des Teufels große Gaben
Wenn ich nur Würmer zur Gesellschaft hab.

Man kennt mich nicht mehr, nur die alten Sagen
erzählen noch von meinen großen Tagen
Nun lieg ich still und niemand kennt mein Grab.


» zum Originaltext mit Kommentaren - oder als Hörtext


Kartoffelpuffer zum Zweiten


von Ich bin zwei Öltanks
(01.Dez.07)


Ich plärre, also bin ich
böse.
Löse
mein Problem für mich,
oh Straßenstrich!


Zweihundert???? Warum nicht gleich
Tausend?
Mausend
stürzt das Kätzchen ab.
Ihr Herz macht schlapp.


Eindeutig zuviel Stoff im
Näslein.
Bläslein
...


» hier weiterleslein!


Am Anfang


von animus
(31.März.08)


du und ich
Wellenschlagen
am silbrigen Ufer

hemmungslos
beherrschte die Natur
unsere Körper

Wind erfror
der Schnee
verbrannte

wir stiegen
tief
empor


[©animus]

» zum Originaltext im Forum


Klitorisrosa


von kata
(30.Nov.06)


Dir ganz ausgeliefert,
ergeben,
in entfesselter Gier

Becken erzittern,
die Haut schwitzt,
erregt … ist die
verborgene Perle
gebettet so nass …

Sei ganz wild
in meinem Fleisch,
nimm meine Lust und
...


» weiterlesen


fremd ficken


von michy
(08.Dez.07)


nun,
ich war wegen meiner geilheit
auf deine möse
besoffen genug
ja zu sagen und:
ich liebe dich!
doch das war damals.
heute bist du
mir egal,
und ich verbringe tage
auf der suche
nach meiner blödheit
und dem warum.

© 08.dez. 2007 michael köhn


» zum Originaltext mit Kommentaren


Im anderen Land


von Sarina
(11.Nov.07)


In der Fremde denk`ich richtig
denn ich kenne mich nicht aus
Sinne werden wieder wichtig
und der Körper ist mein Haus

Sprache lenkt nicht mehr mein Denken
ich verstehe kaum ein Wort
und so kann ich mich versenken
in den traumhaft schönen Ort

...


» weiterlesen


gepflückt


von timo
(26.Mai.07)


ich verliere meine Buchstaben
die Farben der Vernunft

giftige Beeren mögen dein Kleid
das du fürs Tanzen, sowie in meiner Küche
beim Schriftzeichenschälen trägst
sie mögen deinen Mund
mögen, durch dich ausgepresst zu werden

ich weiß einmal, als ich das Rad erfand
dieses Ding aus Wolken, kaum lebensfähig
außer auf der Feldpferche meiner Kunst
in kreisenden Bewegungen spannte ich
ihm Speichen, gab ihm einen Kosenamen
und schlug mir jedes mal ein Zahn aus
...


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