Wildwechsel
von Minouche
(21.Feb.08)
...
Die Tränen des jungen Mannes liefen aus seinen Augen die Wangen herunter, sammelten sich am Kinn zu dicken Tropfen, die auf den Kragen des Anoraks fielen und weiterliefen über den glatten Stoff hinunter bis zu seinen Beinen, wo sie im Stoff der Hose versickerten. Die Hände des Mannes lagen ruhig in seinem Schoß verschlungen. Langsam bahnte sich ein Blutstropfen zwischen den verflochtenen Fingern einen Weg auf seine Hose, in der er ebenso schnell versickerte wie die Tränen, jedoch einen kleinen dunklen Fleck hinterlassend. Ein weiterer Blutstropfen folgte mit der gleichen Stetigkeit, in der die Tränen in den Stoff sickerten. Neben dem Mann lag eine scharfzackige Glasscherbe, die die spätnachmittaglichen Sonnenstrahlen durch blutige Schlieren rosarot reflektierte.
Fasziniert stand das kleine Mädchen auf der hölzernen Brücke, die sich fast in japanischem Stil über den kleinen Bach schwang, der das waldige Tal in zwei Hälften teilte und sah den jungen Mann an. Er sah so seltsam aus, wie er dasaß mit zurückgeworfenem Kopf. Er weinte, und er schien sich wehgetan zu haben, denn er blutete auch in zwei kleinen schmalen roten Schlieren auf seine Hose. Er war seltsam angezogen und sah so alt aus, wie manche alte Leute sich anzogen. Doch sein Gesicht war jung. Ein alter, und irgendwie doch junger Mann.
...
» die ganze Geschichte lesen
(21.Feb.08)
...
Die Tränen des jungen Mannes liefen aus seinen Augen die Wangen herunter, sammelten sich am Kinn zu dicken Tropfen, die auf den Kragen des Anoraks fielen und weiterliefen über den glatten Stoff hinunter bis zu seinen Beinen, wo sie im Stoff der Hose versickerten. Die Hände des Mannes lagen ruhig in seinem Schoß verschlungen. Langsam bahnte sich ein Blutstropfen zwischen den verflochtenen Fingern einen Weg auf seine Hose, in der er ebenso schnell versickerte wie die Tränen, jedoch einen kleinen dunklen Fleck hinterlassend. Ein weiterer Blutstropfen folgte mit der gleichen Stetigkeit, in der die Tränen in den Stoff sickerten. Neben dem Mann lag eine scharfzackige Glasscherbe, die die spätnachmittaglichen Sonnenstrahlen durch blutige Schlieren rosarot reflektierte.
Fasziniert stand das kleine Mädchen auf der hölzernen Brücke, die sich fast in japanischem Stil über den kleinen Bach schwang, der das waldige Tal in zwei Hälften teilte und sah den jungen Mann an. Er sah so seltsam aus, wie er dasaß mit zurückgeworfenem Kopf. Er weinte, und er schien sich wehgetan zu haben, denn er blutete auch in zwei kleinen schmalen roten Schlieren auf seine Hose. Er war seltsam angezogen und sah so alt aus, wie manche alte Leute sich anzogen. Doch sein Gesicht war jung. Ein alter, und irgendwie doch junger Mann.
...
» die ganze Geschichte lesen
liter-A-rchie - 13.Jun.08 18:21 - Rubrik: Leseproben




