» Zum Forum (Portal)» Zur ForenübersichtImpressum/Kontakt

Blog Startseite

Forum jetzt werbefrei!


Liebe Literarchistinnen und Literarchisten, liebe Gäste,

die Meldung über Werbeblocker-Blocker von voriger Woche ist nun obsolet geworden: Seit gestern abend ist das Forum werbefrei. Das verdanken wir einem großzügigen Spender, der ungenannt bleiben möchte.

Die Werbefreiheit ist dank des edlen Spenders für die nächsten sechs Monate gesichert. Für eine Dauerlösung werde ich versuchen, Sponsoren zu finden.


Diabolische Mühe


von Der Ohrenschützer

Gewinnertext des Schreibwettbewerbs "Katholische Kühe"


Dort zwischen den Bergen die lichte Erscheinung
Verkündet sich nur selbst Erwählten
Real ist es, soweit die herrschende Meinung
Was sie über Gospa erzählten

Von Frieden und Sünde und „dem“ großen Zeichen
Es würde die Wahrheit enthüllen
Verträumtes und leere Versprechungen reichen
Um tausende Betten zu füllen

Der Glaube verbreitet sein Geld immer weiter
Zugunsten der Spenden-Vertilger
Katholische Kühe ernähren sich heiter
Vom Stroh in den Köpfen der Pilger


Schreibwettbewerb: Katholische Kühe


kuhSchreibt bitte eine Geschichte oder ein Gedicht oder was immer euch sonst einfallen mag. Es gibt diesmal keine weiteren Vorgaben außer dem Thema an sich: Katholische Kühe. Das abgebildete Rindviech kann, muss aber nicht als Anregung dienen. Der Auslegung sind keine Grenzen gesetzt - interpretiert das Thema so frei, wie ihr wollt. Humor, Krimi, Erotik ... alles hat Platz.

Einreichschluss: Sonntag, 26. März 2012
Wie immer können auch Gäste teilnehmen.
» Zu den Teilnahmebedingungen


(Bild: tiroltourism (flickr.com), CC-BY-Lizenz.)


Un bel dì


von Melusine

Gewinnertext Nr. 2 des Schreibwettbewerbs "II Das rote Pferd"


Ich stehe hinter der Bühne und spähe durch den Spalt im Vorhang. Die Menge tobt, er hat sie gut in der Hand.
„Das Rote“, hat er gesagt.
Rot steht mir nicht. Außerdem ist es viel zu tief ausgeschnitten.
Aber er duldet keinen Widerspruch.

Mein Auftritt. Fast hätte ich ihn verpasst.
„Komm!“, zischt er zwischen zusammengebissenen Zähnen.

Ich trete auf die Bühne. Er hebt den Taktstock.
    Un bel dì, vedremo
    levarsi un fil di fumo
    sull'estremo confin del mare ...
Während ich singe, habe ich Renée Fleming vor Augen, und Maria Callas, und ich weiß, ich komme nicht an sie ran, aber ich versuche es, lege alles, alles hinein, was ich an Leidenschaft in mir habe, an Stimme, an Timbre ... für ihn.
Das rote Abendkleid wird zum Kimono, ich singe nicht die Butterfly, ich bin Butterfly.
    Tienti la tua paura,
    io con sicura fede l'aspetto.

Nachdem ich geendet habe, entsteht eine Pause, in der mir beinahe das Herz stehen bleibt. Dann: Rauschender Beifall.

Sein Gesicht gleicht einer Gewitterwolke.

Während ich in der Garderobe das Hurenkleid ausziehe, singe ich leise „Con onor muore“ - aber der Tod, an den ich denke, ist nicht meiner.


der planet der pferde


von Lothar Thiel

Gewinnertext Nr. 1 des Schreibwettbewerbs "II Das rote Pferd"


wer reitet so spät durch nacht und wind?
es ist eine stute mit ihrem kind.
sie fliegt über dächer und straßen aus kot.
das fohlen ist bläulich, die mutter ist rot.

“hier stinkt es entsetzlich”, bemängelt das kleine
und hebt instinktiv seine zierlichen beine.
“das nimmt man zum düngen”, erklärt ihm die mutter.
“durch unrat vom menschen gedeiht unser futter.”

“was ist denn ein mensch”, will das pferdchen nun wissen.
“ein reittier wie günther”, sagt die stute beflissen,
“und er ist der letzte von denen, wo doch das große feuer war.

drum müssen wir diese ressource hier pflegen
und günther braucht auslauf, muss sich täglich bewegen.
denn menschliche scheiße, mein liebes, ist sonst nicht mehr erneuerbar.”


Schreibwettbewerb verlängert


Da der Einreichtermin offenbar etwas ungünstig gelegt war (Frankfurter Buchmesse) und die Zahl der bis Freitag eingereichten Beiträge etwas enttäuschend war, haben wir den Wettbewerb um eine Woche, d.h. bis einschließlich Sonntag, den 23. Oktober, verlängert.


Schreibwettbewerb: II Das rote Pferd


4horsesfbUnd als es das zweite Siegel auftat, hörte ich die zweite Gestalt sagen:
Komm!
Und es kam heraus ein zweites Pferd, das war feuerrot. Und dem, der darauf saß, wurde Macht gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, dass sie sich untereinander umbrächten, und ihm wurde ein großes Schwert gegeben.

(Offenbarung 6, 3-4)

Lass dich durch diese Textstelle aus der Offenbarung des Johannes anregen und schreibe dazu eine Geschichte, ein Gedicht oder was auch immer dir dazu einfällt. Bibelkenntnis ist nicht erforderlich. Lass einfach den Text auf dich wirken und deine Fantasie spielen.

Einreichschluss: Sonntag, 16. 23. Oktober 2011
Wie immer können auch Gäste teilnehmen.
» Zu den Teilnahmebedingungen


(Bild: Rich Man (flickr.com), CC-BY-Lizenz.)


Literarchie goes Bachmannpreis: Einladung zum Mitmachen


tddl200Vom 6. bis zum 10. Juli 2011 finden in Klagenfurt die 35. „Tage der deutschsprachigen Literatur“ statt. Wir wollen das Ereignis in der Literarchie gemeinsam mitverfolgen und kommentieren. Gäste sind herzlich eingeladen, mitzumachen!

Um dem Ganzen ein wenig Struktur zu geben, haben wir uns für die Diskussion Spielregeln überlegt. Es gibt Diskussionssthreads für jeden einzelnen Text bzw. Autor (die Texte werden ja erst jeweils kurz vorher bekannt gegeben) und einen Thread für die allgemeine Diskussion. Ansonsten ist die Sache ganz frei und zwanglos geplant.
Wir versuchen das zum ersten Mal, es ist also ein Experiment - Pannen sind nicht auszuschließen.

» Hier geht es zu unserem Bachmannpreis-Forum

(Bild: Bachmannpreis 2010 - presse.bachmannpreis.eu)


Pork Soda


von debruma

Gewinnertext des Schreibwettbewerbs "Zeigt her eure Füße! Schubladentexte"


Ich sitze in einem Auto in einer Tiefgarage und höre Primus, 'Pork Soda'.
Um mich herum Düsternis, selbst die Metalliclackierung des haigesichtigen BMW links von mir wirkt grau. Die Wände sind fleckig, fressen das kalte Licht der Neonlampen, über mir schlängeln sich Rohre. Was ich eben weiß, nicht aber aus meiner Position heraus sehen kann. Dazu müsste ich mich vorbeugen, den Hals verdrehen und nach oben schielen. Wozu. Ich spüre ihre Nähe, brauche sie nicht zu sehen.
Allein scheine ich hier unten zu sein. Seit ewigen Minuten keine hallenden Schritte mehr und keine Lichter, die die Wände entlang huschen wie Geistwesen.

Zehn Ventilatoren an der Wand – erinnern mich an Windmühlen, die wir als Kinder hatten, die wir pustend prustend drehen ließen, das zirrende flatternde Geräusch, das sie machten... dies hier aber ihre dunkelgrauen, sachlichen Brüder.
Verzählt. Es sind elf. Drehen sich aber nur zwei. Einer ganz außen, einer in der Mitte.
Bestimmt sitzen Männer mit Mützen und blauen Uniformen vor Überwachungsmonitorern - die Herren den Ventilatoren. Immer wenn hier unten jemand ohnmächtig zu Boden sinkt, schalten sie einen Ventilator dazu. Wie dazumal mit den Kanarienvögeln in den Bergwerksstollen.

Ich wechsle von 'Pork Soda' auf 'Sailing the Seas of Cheese'. Dies wäre was für mich, ein Hobby, Käseseesegeln, bräuchte man Cracker... Schritte? Nein, niemand hier, nur ein Knacken in einem der Rohre.

Die Außenwelt könnte verschwunden sein, ich würde es nicht merken. Weg. Ausgelöscht. In einem Sturm aus Gammastrahlen verbrannt zu feinem Pulver. Die Staubwelt versinkt gerade jetzt im atomaren Winter.
So wie hier habe ich mir Atombunker immer vorgestellt. Grau, beklemmend niedrig, fensterlose Unterwelten mit eiskaltem Licht, Überwachungskameras, die einem hinterherschnurren. Allsehende Augen eines vielleicht blinden Gottes, von dem keiner ahnt, ob er denn gnädig ist.
Wie lange wird es dauern, bis ich die Wirkung der Strahlen spüre... der Beton wird dick genug sein um ausreichend Wellen abzufangen, dass ich nicht sofort verbrenne, sondern meine Zellen nach und nach und jede für sich vor die Hunde gehen...

Eine Frau - ihre hohen Schuhe knallen auf dem Beton, als sie mit zügigen Schritten auf mich zukommt. Neid im strengen Blick, erste Falten um die Augen, der Mund ein schmaler Strich. Sie ist nicht viel älter als ich, in Menschenjahren, Kindskopf wird sie trotzdem denken.

Großartig, sie und ich, die letzten unserer Art.


Literarchieblog

Ergänzung zum Forum

Suche

 

Sozialisier-Bar

Frisch gezwitschert

Follow me

Mitglieder in Büchern


E.M. Jungmann
Das Herz des Abwûn


Carmen Mayer
Die Rose von Angelâme



Romana Grimm (Hg.); E.M. Jungmann & Alfred Berger unter den AutorInnen
Faltherzen: Zeichen der Hoffnung

Literarchie zum Hören

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Website Status

Online seit 1710 Tagen
Zuletzt aktualisiert:
09.Mai.12 13:43

About
Leseproben
Literarchie als Buch
Literarchie zum Hören
Mitglieder-Websites
Newsarchiv
Wettbewerbe
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren